Archiv für den Monat: Dezember 2016

2016

2016 – das Jahr der Verleugnungen?

Presseerklärung von „Linke & Piraten – Fraktion im Heidelberger Gemeinderat“

Heidelberg, 30. Dezember 2016. Die knappe Präsidentschaftswahl in Österreich, ein Demagoge und Chauvinist im Weißen Haus und die Wahlerfolge der einer ebenso rassistischen und chauvinistischen Partei in Deutschland – 2016 wirkt erstmal nicht wie ein gutes Jahr. Diese Entwicklungen speisen sich aus der gleichen Quelle: Frust über eine Politik, die sich immer weiter von den Menschen entfernt und die Standortfaktoren höher gewichtet als die auskömmliche Existenz vieler Menschen. Das ist die Zeit rechter Populisten, die Geflüchteten sind ihre Sündenböcke. Es ist gut, wenn in Heidelberg gegen Rassismus auf die Strasse gegangen wird. Doch das alleine reicht nicht. Zwar hat Heidelberg gute Leitlinien der Bürgerbeteiligung, doch wie schaffen wir es auch jene miteinzubeziehen, die eben nicht bereits organisiert sind? Eine der Antworten auf die Krise der politischen Repräsentanz muss eine Offensive für mehr Beteiligung sein, und zwar für alle.

Nicht unzufrieden – unser Fazit für 2016

Presseerklärung von „Linke & Piraten – Fraktion im Heidelberger Gemeinderat“

Heidelberg, 27. Dezember 2016. So könnte man unser Fazit als DIE LINKE/PIRATEN beschreiben. Die Sperrzeiten wurden zwar verschärft, aber nicht vollends. Zumal immerhin 17 Stadträte für unseren Vorschlag votierten, die Landesregelung beizubehalten. Das Zweckentfremdungsverbot kommt, was wir sehr begrüßen, und mit dem jüngst beschlossenen Doppelhaushalt können wir auch leben. Glücklich wäre wohl übertrieben, aber wir sind nicht unzufrieden. Immerhin wurde unser Antrag aufgenommen, die Beiträge für die Kinderbetreuung für die ersten beiden Beitragsstufen deutlich zu senken. Das wird Familien mit geringem Einkommen deutlich entlasten. Mit diesem sozialpolitischen Projekt hat dieser Haushalt für uns eine Qualität gewonnen, die wir unterstützen konnten. Noch lieber wäre uns natürlich eine direkte Umverteilung gewesen, nämlich arme Haushalte durch eine höhere, und damit angemessene Reichenbesteuerung zu entlasten, doch geht das ja nun mal leider kaum kommunal.

Mietwucher

Wohnungsmarkt und Mietwucher in Heidelberg

Presseerklärung von „Linke & Piraten – Fraktion im Heidelberger Gemeinderat“

Heidelberg, 21. Dezember 2016. DIE LINKE/PIRATEN fordert die Erstellung von Statistiken über den Umfang der in Heidelberg am Mietmarkt angebotenen preisgünstigen Wohnungen.
Die Mietpreisbremse hatte bisher kaum eine Wirkung. Am Mietmarkt werden weiterhin häufig Wohnungen zu weit über den im Mietspiegel ausgewiesenen Preisen angeboten. Beispiele sind 1-Zimmer-Wohnungen von ca. 15 Quadratmetern Größe mit Kaltmietenpreisen von mehr als 300 EUR. Bürgerinnen und Bürger mit niedrigem und mittlerem Einkommen haben große Probleme, überhaupt eine Wohnung zu finden.
Wir brauchen den sozialen Wohnungsbau, um den Mietwucher zu bekämpfen. Für uns als DIE LINKE/PIRATEN hat die Schaffung preisgünstigen Wohnraums eindeutigen Vorrang vor den Profitinteressen der Immobilienfirmen.

Haushalt

Doppelhaushalt 2017/2018

Presseerklärung von „Linke & Piraten – Fraktion im Heidelberger Gemeinderat“

Heidelberg, 14. Dezember 2016. Nach den derzeitigen Haushaltsplanungen erhöhen sich die Schulden der Stadt Heidelberg bis Ende 2018 von 171,8 Mio. € auf 228,7 Mio. €. Berücksichtigt man dabei auch ausgelagerte Rechtsgeschäfte wie ÖPP, den Eigenbetrieb Stadtbetrieb Heidelberg oder die Sonderrechnung Bahnstadt, ergibt sich sogar ein Anstieg der Verschuldung von 408,8 Mio.€ auf 462,2 Mio.€.
Zugleich ignorieren Bund und Land dringend nötige Investitions- und Zukunftsaufgaben und wälzen die sozialen Kosten steigender Armut auf die Kommunen ab. Damit wir auch künftig wachsende soziale Aufgaben bewältigen zu können, müssen sich Bund und Land von den schwarzen Nullen verabschieden und die Stadt ihre Einnahmeseite stärken. Zur Erhöhung schlägt DIE LINKE/ PIRATEN u.a. eine dezente Erhöhung des Hebesatzes der Gewerbesteuer von aktuell 400 Prozentpunkten auf 410 Punkte im Jahre 2017 und 420 Punkte im Jahre 2018 vor.

Haushalt

Infoveranstaltung zum Haushalt 2017/2018

Doppelhaushalt 2017/2018

Auf unserer gestrigen Infoveranstaltung zum Doppelhaushalt 2017/2018 der Stadt Heidelberg informierten unsere Stadträte Sahra Mirow und Bernd Zieger über die wichtigsten Eckpunkte der Vorlage der Stadtverwaltung und unsere zentralen Änderungsanträge.

Ein zentraler Kritikpunkt stellte die weiterhin steigende Verschuldung dar, die nur noch durch Rechentricks künstlich kleingehalten werden kann. So tauchen zum Beispiel die Kosten für die Entwicklung der Bahnstadt, Schulden der Eigenbetriebe sowie Verbindlichkeiten aus kreditähnlichen Rechtsgeschäften meist in keiner offiziellen Statistik auf.

Ein Änderungsantrag, den die Fraktion Linke/Piraten eingebracht hat, um den Haushalt durch Mehreinnahmen zu entlasten, ist die Anhebung der im Vergleich zu anderen Städten in Baden-Württemberg relativ niedrigen Gewerbesteuer von derzeit 400 auf zunächst 410 und 2018 auf 420 Punkte.

Auch im sozialen Bereich wurden deutliche Nachbesserungen gefordert, um die Belastungen für Geringverdiener zu senken. So sind die Beiträge für die Kinderbetreuung in den unteren Einkommensstufen noch deutlich zu hoch und auch das Sozialticket muss erschwinglicher werden.

Des Weiteren wurden die Anträge für die Förderung des Völkerkundemuseums sowie des DAI erläutert und tarifliche Erhöhungen für Trägereinrichtungen von Beratungsleistungen gefordert.

Wohnungsnot in Heidelberg

Eine Thematik, welche die Bürger*innen Heidelbergs noch weit über den aktuellen Haushaltsplan hinaus beschäftigen wird, ist die Wohnungssituation in Heidelberg. Besonders junge Familien und Menschen mit geringen bis mittleren Einkommen sind von einer akuten Wohnungsnot betroffen.

Abhilfe soll das Handlungsprogramm Wohnen schaffen, welches kürzlich von der Stadtverwaltung vorgestellt wurde. Obwohl in diesem Handlungsprogramm die Problematik eines geringen Angebots an Wohnraum bei gleichzeitig wachsender Bevölkerung erkannt wurde, sind die vorgeschlagenen Maßnahmen unzulänglich oder einfach nicht vorhanden.

Deshalb fordert die Fraktion Linke/Piraten mehr Wohnungen auf den Konversionsflächen und in anderen Entwicklungsgebieten, wie beispielsweise in der Bahnstadt, sowie längere Sozialbindungen und einen größeren Anteil gebundenen Wohnraums. Statt wie von der Verwaltung vorgeschlagen 20 % müssen bei mindestens 50 % der neuen Wohnungen die Mieten begrenzt werden und insbesondere im Patrick Henry Village müssen mindestens 75 % der Fläche für Wohnraum zur Verfügung stehen, statt fast nur als Gewerbefläche genutzt zu werden.