Schlagwort-Archive: Alkoholverbot

Nachtschicht

Feiern in Heidelberg? Wohl eher nicht.

Unsere Stimme im Stadtblatt – von Sahra Mirow

Heidelberg, 02. August 2017. Zum Jahresende wird die Nachtschicht ihren Betrieb schließen. Damit setzt sich nach der Schließung des Schwimmbad-Clubs das Sterben kultureller Angebote für junge Menschen weiter fort.
Die Stadt gibt zwar sehr viel Geld für Kultur aus, jugendspezifische Angebote sind allerdings Mangelware. Naheliegende Chancen, wie das bisherige Karlstorbahnhof-Gebäude nach dem Umzug für Ausgehkultur weiter zu nutzen, werden ausgeschlagen. Stattdessen wird über Verschärfung der Sperrstunden und lokale Alkoholverbote diskutiert. So wird Heidelberg zum Provinznest.
Eine moderne weltoffene Uni-Stadt geht anders: Lebendige Jugendkultur, nichtkommerzielle Angebote wie die mal angedachte Jugendhalle oder ein neues Autonomes Zentrum. Und vor allem auch die Einsicht, dass zehntausende von Studis abends halt mal feiern wollen.

Law and Order
Bild: southtyrolean, Lust und Laune statt Law and Order! CC BY 2.0

„Law and Order“ in Heidelberg

Unsere Stimme im Stadtblatt – von Sahra Mirow

Heidelberg, 23. Mai 2017. Wie ein roter Faden zieht sich die vom OB Würzner befeuerte „Law and Order“ Diskussion durch die Stadtpolitik. Sperrstunden, Überwachung öffentlicher Plätze, lokale Alkoholkonsumverbote – man gewinnt den Eindruck, dass ein aktives Nachtleben im öffentlichen Raum nicht erwünscht ist.
Nachdem die Altstadt nun bald weitgehend jugendkulturfrei wird, müssen nur noch die jungen Menschen aus der Stadt raus, so scheint es. Nun erwägt Würzner sogar ein temporäres Alkoholverbot auf der Neckarwiese – dazu passt dann auch die doch recht überzogene Berichterstattung über die Abschlussfeier auf Heidelbergs beliebtester Grünfläche.
Rücksichtnahme und harmonisches Zusammenleben ist wichtig. Dazu gehören aber auch Freiräume für junge Menschen. Einige unser (älteren) Mitmenschen scheinen das manchmal zu vergessen.

Alkoholverbot

Unsere Stimme im Stadtblatt – von Bernd Zieger

Heidelberg, 09. Mai 2017. Die CDU fordert mit Verweis auf eskalierende Abiturfeiern ein Alkoholkonsumverbot im öffentlichen Raum. Doch dass es gelegentlich zu problematischen Vorfällen kommt, würde ein Alkoholverbot nicht ändern: Zu leicht ist die Umgehung, zu aufwendig die Durchsetzung durch Polizei und Kommunalen Ordnungsdienst.
Vor allem jedoch stellt ein solches Verbot junge Menschen unter Generalverdacht. Nicht alle, die an einem lauen Sommerabend ein Bier auf der Neckarwiese genießen, zünden Mülltonnen an.
In Heidelberg mangelt es ohnehin an konsumzwangfreien Verweilmöglichkeiten; ein Alkoholverbot würde den resultierenden Interessenkonflikt zwischen Ausgehfreudigen und Anwohnern nur verlagern.
Eine aufgeklärte Gesellschaft muss mit solchen Konflikten umgehen können. Die Strategie der CDU besteht jedoch offenbar darin, einfach alle Störungen ihres persönlichen Wohlbefindens zu verbieten.